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Nézsa cimer

Német

Kurze Geschichte der Gemeinde

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Das Wappen der Gemeinde hat die Form eines spitz zulaufenden Schildes. Vor blauem Hintergrund galoppiert auf einem grünen Hügel ein silbernes Pferd mit dem - ebenfalls silbern gemalten - Heiligen Jakob. Der Mantel des Heiligen, der auf einer schwarzen Decke sitzt, fliegt nach hinter. In seiner Linken hält er die Zügel, in der Rechten erhebt er ein Schwert.

Die Geschichte der Gemeinde reicht bis in die Zeit der ungarischen Landnahme im 9. Jahrhundert n. Chr. zurück. Laut Beschreibung des berühmten Geographen Korabinszky vom Ende des 18. Jahrhunderts stellte Nisza (Nysa) oder Nézsa eine Gemeinde des Komitats Nógrád dar, die über eine überwiegend katholische Bevölkerung und über fruchtbaren Ackerboden verfügt.

Aus der frühesten bisher bekannten Urkunde, in der Nézsa Erwähnung findet, geht hervor, daß sich der Ort um das 14./15. Jahrhundert im Besitz der Familie Nézsai (von Nézsa, de Nysa) befand. Wegen eines Treuebruchs von László Nézsai entzog König Mátyás diesem seine Besitzungen. 1467 übertrug der König das Lehen zuerst dem Schatzmeister János Rozgonyi und dem Gespan Rajnald, dann 1474 György Parlagi.

Anfang des 17. Jahrhunderts gehört Nézsa zu den Besitztümern von Tamás Bosnyák, Hauptmann der Burg Fülek und königlicher Tuchseß. Nach seinem Tod (1631) fällt Nézsa in den Besitz seiner Witwe Kata Bosnyák, geborene Zádory. 1635 wird der Ort Eigentum ihres Sohnes István Bosnyák, des Domherrn von Esztergom. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts, also zur Zeit der Türkenkriege, entvölkert sich die Siedlung vollständig. Erste Angaben über das wiederbesiedelte Dorf stammen aus dem Jahre 1700. Laut einem Freibrief aus Losonc vom 11. Mai 1702 bildet der Ort eine seit langer Zeit bewohnte kuriale Siedlung.

Im 18. Jahrhundert besitzen mehrere Familien die Ortschaft, darunter die Familien Motesitzky, Bossányi, Sándor und Klobusitzky. Im Jahre 1794 übernimmt Albert Herceg 7/12 von Nézsa vom Grafen József Klobusitzky. Hercegs Besitztum erwirbt dann 1802 Ferenc Szentiványi. Im Jahre 1807 fällt die Ortschaft als Ganzes an die Familie Szentiványi. Von Patronatsherrn Ferenc Szentiványi geht die Ortschaft auf seinen Sohn, den kaiserlich-königlichen Kämmerer Bonaventúra Szentiványi über und, nach seinem Tod 1811, auf seine Witwe Apollónia, geborene Szirmai.

In späteren Jahren wird Nézsa zum Eigentum von Mátyás Edelspacher und seiner Frau Anna Blaskovich bzw. von Ferenc Szentiványi. Ende des 19. Jahrhunderts ist die Ortschaft im Besitz der Familie Blaskovich. 1908 erwirbt József Reviczky Nézsa von Elemér Blaskovich und schenkt den Ort seinem Sohn Tibor als Hochzeitsgeschenk. Nach dem Tod von Tibor Reviczky in Jahre 1924 übernehmen seine Geschwister bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges die Patronatsrechte: József Reviczky und Melánie Reviczky, die Frau von Baron Durneiss.

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Drei gleichgroße Längsstreifen in den Farben Blau, Weiß und Grün. Im ersten Drittel befindet sich das Gemeindewappen.

Auf dem Friedhofshügel (Ur-Dorf) stand einst eine geräumige alte gotische Kirche aus gehauenem Stein.

kalvariaAuf ihre Wände waren Kreuze gemalt, auf dem Chorbogen befand sich das Gleichnis von den klugen und von den törichten Jungfrauen. Laut Überlieferung gab es ein Pauliner-Kloster, das zur Türkenzeit zusammen mit dem Dorf zerstört wurde. Die Kapelle der Heiligen Anna, die sich auf dem Friedhofshügel befindet, ließ die Witwe von Bonaventúra Szentiványi, Apollónia Szirmai im Jahre 1825 errichten. Auf dem Dach der Kapelle ist eine Skulpturengruppe von Lőrinc Dunaiszky zu finden.

templomDie Sankt-Jakob-Kirche der Gemeinde stammt aus dem 16. Jahrhundert. Im Jahre 1700 wurde sie aus Spenden der Gläubigen wiedererrichtet. 1760 wurde auf Initiative von Graf István Klobusitzky der Kirchturm errichtet und 1799 wurde das Kirchenschiff umgebaut und erweitert. Im Jahre 1934 wurde die Kirche erneut erweitert und anstelle des alten Turmes ein neuer errichtet. 1998 ließ die katholische Kirche eine umfassende äußere und innere Restauration durchführen. Die Pfarrei existiert bereits seit dem Jahre 1575. Die ersten Kirchenbücher stammen aus dem Jahre 1714.    

Mit dem Bau des Schlosses, das in der Dorfmitte zu finden ist, begann István Klobusitzky in den 1740er Jahren. 1896, im Millenniumsjahr, ließ Grundherr Miklós Blaskovich das Schloß aufstocken und errichtete zwei Turmzimmer. Zum Schloß gehörte damals auch ein 10 Hektar umfassender Schloßgarten. Das Schloß und der verkleinerte Park bilden auch heute ein Schmuckstück des Dorfes. Gegenwärtig ist die Volksschule im Schloß untergebracht.

Die Gemeinde Nézsa heute:
Nézsa ist ein stilles kleines Dorf mit sauberer Luft.
Im Jahre 2002 lebten 1197 Personen in der Ortschaft. Der Ort verfügt über ein Leitungswasser- und Gasnetz, über Telefon und Kabelfernsehen. Die Kanalisation befindet sich in der Planungsphase.

Die römisch-katholische Pfarrei der Gemeinde befindet sich neben der Kirche. Zur ihr gehören die benachbarten Ortschaften Keszeg und Alsópetény. Um das religiöse Leben kümmerte sich früher ein Pfarrer und ein Kaplan. Gegenwärtig verfügt die Gemeinde nur über einen Pfarrer. In Nézsa sind eine Volksschule, ein Postamt, eine Arzt- und eine Zahnarztpraxis sowie ein tierärztlicher Notdienst zu finden.

Die Fußballmannschaft der Gemeinde spielt in der B-Klasse des Komitats.

Ein Teil der Einwohner fährt täglich ins Komitat Pest, nach Vác oder Budapest zur Arbeit. Im übrigen befaßt sich die Bevölkerung hauptsächlich mit dem Anbau von Wein und Beerenfrüchten (Himbeeren, Johannisbeeren) sowie mit Landwirtschaft auf mehr oder weniger großen Flächen. Mit Tierzucht beschäftigen sich nur mehr wenige Einwohner.

In der Umgebung der Gemeinde sind schöne, von den Einheimischen sehr geschätzte Ausflugsorte und Natursehenswürdigkeiten zu finden. Diese könnten für den sich gegenwärtig entwickelnden Dorftourismus von großer Bedeutung sein. Vom im Süden der Ortschaft gelegenen Vas-hegy (Eisen-Berg, 358,3 m), der auch das Panorama Nézsas prägt, eröffnet sich ein weiter Blick auf die Züge der Cserhát-Hügelkette und auf die Ortschaften der Umgebung. (Bei heiterem Wetter ist hier am Abend des 20. August das Feuerwerk in Budapest zu sehen.).

Ganz in der Nähe ist auch der Vár-hegy (Burg-Berg, 332,9 m) mit der Ruine der Burg von Csővár zu finden. Im Norden befindet sich der Kő-hegy (Stein-Berg, 422,6 m) und in seiner Nähe ein Gewässer mit einer herzförmigen Gestalt (Szívalakú-tó).